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04.09.2010 Druckversion
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Wahl der Kamera

Wird für die Aktfotografie eine besondere Kameraausrüstung benötigt? Nein, es gibt keine Kameras speziell für die Aktfotografie. Sie sollten jedoch auf Kompaktkameras, sowohl analog als auch digital verzichten.

Keine Kompaktkameras

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Kein Anschluß für eine Studioblitzanlage
  • Häufig kein manueller Modus
  • Einschränkungen durch das fest verbaute Objektiv
  • Bei digitalen Kompaktkameras viel zu hohe Schärfentiefe
  • Meist sehr langsamer Autofocus und lange Auslöseverzögerung
  • Keine oder schlechte manuelle Scharfstellung

Viele Modelle sehen Fotografen, die mit einer Kompaktkamera anrücken, nicht als ernsthafte Fotografen an. Dies kann schon zu Beginn eines Shootings zu massiven Verstimmungen führen.

Empfehlung: Spiegelreflex-Kamera

Empfehlenswert sind analoge oder digitale Spiegelreflex-Kameras, im Kleinbild- oder Mittelformat. Bei der Wahl der Objektive orientiert man sich an den üblichen Porträtbrennweiten, also etwa 85 – 135 mm bezogen auf das Kleinbildformat. Die Objektive sollten eine möglichst große Anfangsöffnung haben um eine geringe Schärfentiefe zu ermöglichen.

Das Supertele sollte besser in der Fototasche bleiben, es könnte bei Modellen den Eindruck erwecken es sollen unerwünschte Detailaufnahmen gemacht werden.

Aufheller und Diffusoren

Große Aufheller in den Farben Weiß, Gold und Silber sind sehr hilfreich wenn es darum geht Schattenpartien aufzuhellen. Dabei ist auf die Farbe des Reflektors zu achten. Goldreflektoren erzeugen ein warmes Licht das den Eindruck von sonnengebräunter Haut vermitteln kann. Weiße Reflektoren sind Farbneutral, haben aber eine relativ geringe Reflektion, die silbernen Reflektoren haben den höchsten Reflektionsgrad aber eine recht kalte Charakteristik. Gerade mit den silbernen Reflektoren muß man darauf achten das Modell nicht zu blenden.

Als sehr praktisch haben sich runde und ovale 5-in-1 Reflektoren erwiesen. Diese haben meistens neben den oben erwähnten Oberflächen noch eine schwarze Seite zum Abschatten und einen Diffusor um grelles, direktes Licht weicher zu machen.

Studio-Blitzanlagen

Früher oder später kommt bei fast allen Aktfotografen der Wunsch nach Studioaufnahmen auf. Bevor Sie jetzt loslaufen und das erstbeste Equipment kaufen sollten Sie erste Erfahrungen im Studio sammeln. Dazu können Sie spezielle Studioworkshops besuchen oder sich für ein paar Stunden in ein Mietstudio einmieten.

Gute Blitzanlagen sind sehr teuer und eine langfristige Investition, achten Sie auf:

  • Zubehör
  • Große Auswahl an Lichtformern
  • Einstellicht (mind. 300W)
  • Leistung (ab 250 Ws bis 1500 Ws bei Kompaktblitzen)
  • Blitzfolgezeit (5-7 Sekunden sind viel zu lang, gute Systeme liegen bei 1-2 Sekunden)
  • Qualität

Wenn es dann soweit ist, kaufen Sie lieber erst einen guten Blitzkopf anstelle von drei schlechten. Wenn Sie mit einer Lichtquelle gute Aufnahmen hinbekommen, können Sie die Ausstattung immer noch erweitern.